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Schon vor rund 2000 Jahren wurden solche Steine bei der hohen Beamtenschaft und in Künstlerzirkeln im alten China zusammen mit Kalligraphien und Bildern ausgestellt. Seit dem 6. Jahrhundert wurde die Suisekikunst von den Japanern und Koreanern übernommen und weitergepflegt. In vielen Ländern des ostasiatischen Raumes erfreut sich diese Kunstform unter verschiedener Namensgebung großer Beliebtheit.
Worin liegt nun die Suisekikunst begründet?
Die Schönheit eines außergewöhnlichen Suiseki liegt häufig bescheiden unter der Oberfläche und muß erst durch ein kritisches Auge freigelegt werden. Ein kunstvoller Naturvorgang, der Tausende oder gar Millionen von Jahren benötigt hat, um auf geheimnisvolle Weise einen schönen Stein zu formen, kann in wenigen Augenblicken nicht erfaßt werden. Vielmehr muß der Mensch bereit sein, dem Stein seine verborgenen "Schönheiten" in einem fast meditativen Betrachtungsvorgang abzuringen. Bei diesem Prozeß erkennt man die durch Erosion in die Gesteinsoberfläche eingegrabenen Linien- und Flächenmuster, die das Alter des Steins unterstreichen und dem Betrachter die äußere kunstvolle Gestalt und die dem Stein innewohnende geistige Schönheit mitteilen.
Welche Eigenschaften müssen Steine haben, um als Suiseki anerkannt zu werden?
Es sind dies die Form, die Oberflächenbeschaffenheit, die Farbe, die Härte und eine ausreichende Suggestivkraft.
Der Form entsprechend unterscheidet man Landschaftssteine und Objektsteine. Bei Landschaftssteinen hat man den Eindruck, als würden auf engstem Raum von nur einem Zentimeter bis etwa 80 cm ganze Landschaftsteile, wie z. B. Berge, Täler, Seen usw., vorhanden sein. Objektsteine haben Formen, die Menschen, Tieren, Früchten, Pflanzen oder andere Objekten ähnlich sind. Dunkle Farben werden z. B. von Japanern bevorzugt. Die Oberfläche sollte eine Textur aufweisen, die den Charakter des Steins unterstützt. Sandsteine, Tropfsteine und ähnliche Gesteinsarten sind für Suiseki ungeeignet, ebenso reine Mineralien. Die Härte eines Steins für Suiseki sollte so groß sein, daß in menschlich überschaubaren geologischen Zeiträumen möglichst keine Verwitterung auftritt. Die Suggestivkraft ergibt sich aus der harmonischen Abstimmung von Farbe, Textur und Form.
Wesentlich ist jedoch hierbei, daß bei guten Suiseki die Form des Steines nicht von Menschenhand verändert worden ist. Die Steine dürfen praktisch nur gereinigt werden.
Sieht man einen Stein von allen Seiten an, so erkennt man, daß er viele "Gesichter" hat. Das vermeintlich schönste "Gesicht" des Steins wird als Vorderseite bezeichnet.
Wie werden Suiseki präsentiert?
Suiseki werden in der Regel auf zwei verschiedenen Arten präsentiert: a) Der Stein wird auf einen Holzsockel (Daiza) gestellt (Winterpräsentation), oder b) der Stein wird in ein Tablett oder Schale gelegt (Sommerpräsentation).
Holzsockel oder Daiza werden speziell für jeden Stein seiner Form entsprechend angefertigt. Für Edle Steine werden edle Hölzer verwendet. Schalen für Suiseki werden häufig aus Keramik oder Bronze gefertigt. Die japan. Bezeichnung für Keramikschalen ist Suiban und für Bronzeschalen Doban. Für die Präsentation werden die Schalen mit gesiebtem Granulat oder mit Wasser oder mit Wasser und Granulat gefüllt. Suiseki können allein oder zusammen mit Bonsai oder Akzentpflanzen (Kusamono) ausgestellt werden. Während sich Bonsai jahreszeitlich verändern, sind Suiseki statisch bzw. immer gleichbleibend. Durch entsprechende Präsentation kann jedoch einem Suiseki auch eine gewisse Dynamik oder Kinematik verliehen werden. So ist gerade die künstlerische Präsentation ein wesentlicher Aspekt der Suisekikunst.
Die "Deutsche Suiseki-Gesellschaft e. V." wurde 1993 gegründet. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, sowohl die Öffentlichkeit als auch ihre Mitglieder durch Ausstellungen, Veröffentlichungen, Vorträge, Workshops und Veranstaltungen verschiedenster Art zu informieren und ihnen die Suisekikunst näherzubringen. Die "Deutsche Suiseki-Gesellschaft" steht traditionsbedingt in enger Kooperation mit dem "Deutschen Bonsai Club e. V.", ist jedoch ein eigenständiger Verein, da die Ziele, die beide Vereine verfolgen, verschieden sind.
Weitere Auskünfte Über die "Deutsche Suiseki-Gesellschaft e. V." erhalten Sie unter folgender Adresse: Geschäftsstelle: Willi Benz Karlsruherstr. 101 D 68775 Ketsch E-Mail: Benz-W@t-online.de
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