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Suisekiausstellung in Tokyo Metropolitan Art Museum vom 09.-13. Februar 2014

Dr. Alwin Dietmair Die Kokufu-Bonsai-Ausstellungen sind jedem Bonsai– Enthusiasten ein Begriff. Die diesjährige 88. Kokufu-Bonsai-Ausstellung im Tokyo-Metropolitan Museum unterteilte sich in zwei Abschnitte, vom 4.2.—7.2.2014 und vom 9.2.— 13.2.2014. Im zweiten Abschnitt wurden erheblich weniger Bonsai gezeigt, dafür jedoch eine Vielzahl japanischer Suiseki. 172 Suiseki wurden den Besuchern im 2. Stock des Museums in einem großzügigen Ausstellungsbereich präsentiert. Dazu gab es noch antike Suiban, Präsentationstische und wertvolle Beistellfiguren zu sehen. Die Ausstellung beeindruckte nicht nur mit der Fülle der Exponate, sondern auch durch die Qualität der gezeigten Suiseki. Die Suiseki wurden auch großartig durch passende Tische und Rollbilder in Szene gesetzt. 28 davon in Tokonomen mit großen Rollbildern. Besonderes Kunstverständnis, Geschmack, aber auch ein reichlicher Fundus an Rollbildern  und Tischen müssen hier zusammengekommen sein. Einziger Wermutstropfen dabei war, dass die Ausstellung ohne Beistellpflanzen auskommen musste. Die Museumsleitung ließ es nicht zu, dass in diesem Teil des Museums Erde gebracht wurde. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass das Tokyo Metropolitan Museum ein großes Kunstmuseum ist, in dem die Suiseki- und auch die Bonsaiausstellung nur einen Teilbereich eingenommen haben. So fand zeitgleich eine größere und auch sehr sehenswerte Gemäldeausstellung der Nihonga-Kunstrichtung statt. Jedenfalls haben die Organisatoren der Suiseki-Ausstellung Großes geleistet. Der Nippon Suiseki Association unter der Führung von Kunio Kobayashi und Seiji Morimae gelang es, berühmte Suiseki aus dem Besitz von Museen, Schreinen und Adelsfamilien für die Ausstellung zu gewinnen. Dass die Ausstellung in den Räumen des Metropolitan Museums stattfinden konnte, damit auch in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Nationalmuseum, dürfte einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass so viele Besitzer ihre hochrangigen Suiseki für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Auch Suisekifreunde aus den Vereinigten Staaten, aus Malaysia, Großbritanien und der Schweiz waren mit Suiseki aus Japan präsent, die zuvor von den Organisatoren der Ausstellung begutachtet und für ausstellungswürdig erachtet worden waren. Insgesamt haben nach Auffassung vieler Besucher der Ausstellungsort und die Ausstellung selbst die Suisekikunst auch in Japan aufgewertet. Dabei hätte beinahe das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am 8. Februar, dem Tag vor Beginn der Suiseki-Ausstellung, versank Tokio im Schnee. Laut der japanischen Presse und den japanischen Nachrichten hat es einen derartigen  Schneesturm in Tokio seit 45 Jahren nicht mehr gegeben. Die Stadtverwaltung bekam die Schneemassen jedoch schnell in den Griff, und bereits am nächsten Tag klärte das Wetter wieder auf. Die Schneefälle vom Vortag hatten jedoch zur Folge, dass sich am 1. Tag der Suiseki- Ausstellung der Besucherandrang in Grenzen hielt. Für mich und meine Töchter war das eine wunderbare Gelegenheit, die Suiseki und Daiza  ausgiebig aus verschiedenen Perspektiven studieren und bewundern zu können. Ganz anders war die Situation am darauffolgenden Tag, der nach meinem Eindruck ein Feiertag gewesen sein muss. Die Besucher schritten in langen Reihen an den ausgestellten Suiseki vorbei. An diesem Tag habe ich es besonders bereut, nicht japanisch zu sprechen. Das Ausstellungspublikum erschien mir als ein kompetentes Fachpublikum, das sich ausführlich über die ausgestellten Steine unterhielt. Hochinteressante Gespräche, deren Inhalt mir leider verschlossen blieb. Umso erfreuter war ich, als ich Yvonne Graubaek aus Dänemark, Martin Pauli aus der Schweiz und Michal Šebo aus der Slowakei traf und mich mit ihnen austauschen konnte. Von Martin Pauli wurde auch in der Ausstellung ein Stein aus dem Kamoga-wa gezeigt. Wer bei so vielen großartigen japanischen Suiseki auf den Geschmack gekommen war und sich einen guten Stein japanischer Provenienz anschaffen wollte, der konnte sich auf einem separaten Verkaufgelände im Ueno Park umsehen, zu dem eine Shuttlebus- Verbindung vom Metropolitan Museum eingerichtet worden war. Mehrere Händler boten dort Suiseki aller Preisklassen samt Zubehör an. Dass diesem Bericht auch Fotos beigefügt werden können, verdanken wir einem besonderen Entgegenkommen der Nippon Suiseki Association. Für die Ausstellung galt ein grundsätzliches Fotografierverbot. Als Vertreter der „Deutschen Suiseki-Gesellschaft“ erhielt ich jedoch eine Ausnahmegenehmigung und durfte, versehen mit einer japanischen Armbinde für „Press“, fotografieren. Allerdings war ich dafür nur mit einer einfachen Kamera ohne Stativ ausgerüstet. Die Qualität der Aufnahmen ist also nicht dem Anlass entsprechend. Wer mehr Fotos sehen  möchte und über Internet verfügt, der wird bei Valavanis Bonsai Blog, auf dem Saruyama  Blog von Peter Warren oder auf der von Michal Šebo bestückten Home-page der Slovenska Asociacia Suiseki fündig. Ich war also bei weitem nicht der einzige westliche Besucher, für den eine Ausnahme vom Fotografierverbot gemacht worden war. Die besten Fotos allerdings findet man nicht im Internet, sondern im Katalog, den die Nippon Suiseki Association zur Ausstellung herausgegeben hat. Der Katalog (Paperback) wurde zu einem erstaunlich günstigen Preis von 3.000 Yen verkauft. Er zeichnet sich durch hervorragende Fotos aus. Ein weiteres Plus dieses Kataloges sind die Übersetzungen von Will Lautenschlager ins Englische. Alles in allem ist der Katalog unbedingt zu empfehlen. Soweit ich informiert bin, wird es auch 2015 eine große Suiseki-Ausstellung in Tokio geben. Dann sollen auch Steine von außerhalb Japans zugelassen werden, sofern sie den hohen Qualitätsansprüchen der Nippon Suiseki Association genügen. Ich denke, dass nach dieser Ausstellung die Messlatte für zukünftige Ausstellungen hoch hängt. Andererseits glaube ich, dass der Erfolg der Ausstellung 2014 nochmals Türen öffnen und Interesse wecken wird. Damit sind beste Voraussetzungen für das Gelingen der Ausstellung im nächsten Jahr gegeben. Auch 2015 wird Tokio für Suiseki-Freunde eine Reise wert sein.

EBA ESA Convention 2014 in Wroclaw, Polen

Gudrun Benz Wroclaw, den meisten besser als Breslau bekannt, ist eine Stadt mit einer über tausend- jährigen Geschichte. Auch heute noch spielt die drittgrößte Stadt Polens mit ca. 700.000 Einwohnern eine wichtige Rolle. Bis 1945 stand Breslau unter deutscher Verwaltung, wurde aber Ende des Zweiten Weltkrieges zu ca. 70 % zerstört, wobei die deutsche Bevölkerung flüchtete oder vertrieben wurde. Das alte Stadtzentrum wurde nach dem Krieg nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Besonders beeindruckend ist der mit 3,7 ha größte Marktplatz Europas mit dem Rathaus im gotischen Stiel in der Mitte. Die Universität, ebenfalls im Stadtzentrum am Ufer der Oder gelegen und Anfang des 18. Jahrhundert von den Jesuiten gegründet, spielte und spielt auch heute noch eine bedeutende Rolle im kulturellen Leben des Landes. Besonders sehenswert ist die Aula des barocken Gebäudes von beachtlichem Ausmaß. Die europäische Bonsai – und Suiseki-Ausstellung mit weiterem Programm fand vom 9. – 11. Mai 2014 in einem modernen Kongresszentrum in einem Außenbezirk der Stadt statt. Im Erdgeschoss des Gebäudes waren der Händlerbereich und der Raum für den New Talent-Wettbewerb und die Bonsaidemonstrationen untergebracht. Die Ausstellung im ersten Obergeschoss war gut mit Tageslicht ausgeleuchtet. Leider war für die ca. 100 ausgestellten Bonsai und 30 Suiseki der zur Verfügung stehende Platz sehr beschränkt, so dass die Exponate häufig nicht voll zur Wirkung kommen konnten. Die Preise für die besten Bonsai und Suiseki wurden beim Galaabend vergeben. Gewinner des ESA Awards war ein hervorragender japanischen Bergstein von Harald Lehner, der übrigens auch den ersten Preis der EBA für eine Hemlock-Tanne erhalten hat. Der ESA President’s Award ging an Familie Klika/Kuratkova, Tschechien für einen Bergstein, gefunden in der Tschechei. Der A.I.A.S.- Award (Associazione Italiana Amatori Suiseki) ging an Vladimir Kamocsai.
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