DSG e.V.

„Steine vom Kreuzberg“

von Brigitte und Klaus Renner

Wohlauf die Luft geht frisch und rein Wer lange sitzt muss rosten Als Viktor von Scheffel diese Zeilen schrieb, aus denen dann dasLied der Franken wurde, dachte er gewiss nicht an das Sammeln von Steinen oder an Suiseki. Trotzdem können seine Verse als Aufforderung zur Sammelaktivität gelten, denn nur der Aktive bleibt beweglich und die Betrachtung eines Steines ist um so befriedigender, je mühsamer seie Erbeutung war. Den allerschönsten Sonnenschein Lässt uns der Himmel kosten Gutes Wetter ist eine Voraussetzung für vergnügliches Aufspüren von für Suiseki geeigneten Steinen in der Rhön, jenem zuweilen sehr rauen Mittelgebirge zwischen Hessen, Thüringen und Franken. Unser heutige Ausflug geht nicht in die Niederung eines Flusstales, sondern hoch hinauf zum Kreuzberg. Der Kreuzberg, der zweithöchste Berg der Rhön, gilt seit Jahrhunderten als heiliger Berg der Franken. An klaren Tagen reicht der Blick aus 950 m Höhe 60 bis 80 km weit. So reicht mit Stab und Ordenskleid Der fahrenden Scholaren. Wenn der Wanderer die Höhe des Kreuzberges erreicht hat, steht er vor der gastliche Pforte des dortigen Klosters. Die Einkehr in der Klosterschänke, zu köstlichem Klosterbier und deftigem Essen, ist eine Pflichtübung, der man sich freudigen Herzens hingeben sollte. Der Steinsammler wandert anschließend auf dem Pilgerpfad in Richtung „Thüriger Hütte“, vorbei an uralten Kreuzwegstationen und windgebeugten Buchen. Etwa nach einer Viertelstunde läuft quer zum Weg eine Bank mit stark eisenhaltigem Basalt.  Wir habenunsere Fundstelle erreicht. Die oberflächlich sichtbaren, knapp aus der Erde ragenden Steine sind abgewittert und haben durch tausende Wanderer- und Pilgerfüße eine schöne Patina erhalten, die an den Kanten glasartig glänzend und sehr hart sind. Durch den Eisengehalt ist der ansonsten in der Rhön schwarzgraue Basalt braunrot gefärbt und als Sammelobjekt durchaus interessant. Um die Steine auszugraben, empfiehlt sich ein spitzer Hammer (oder Pickel) und zum Transport ein kräftiger Rucksack. Das spezifische Gewicht liegt wegen des hohen Eisengehalts bei ungefähr 2,9. Das Gewicht sollte uns aber nicht davon abhalten, das eine oder andere Fundstück mitzunehmen. Also auf zum Kreuzberg! Ich will zur guten Sommerzeit Ins Land der Franken fahren. ********************************************************

Suiseki auf dem Münchener Japanfest

von Dr. Alwin Dietmair

Am Sonntag, dem 20.7.2014, fand im Englischen Garten in München das 19. Japanfest statt. Veranstaltet wird dieses Fest von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, vom Japanclub München und dem Japanischen Generalkonsulat in München. Die japanische Kultur in fast allen ihren Fassetten war dabei vertreten.   Das Angebotreichte von japanischer Keramik, Ikebana, Trommeln, Aikido, Judo über die Kunst des Schwertkampfes sowie die Kunst des Schwertziehens bis zu japanischen Spielen wie Go, Karuta und Kendama. Die Urasenke München Dokokai lud zu Teezeremonien ein. Über Suiseki informierten die Suisekifreunde Süddeutschland,eine regionale Untergliederung unseres Vereins, in einem Pavillon. Vor Ort beantworteten Werner Mailänder und Alwin Dietmair die Fragen der Interessierten. Ein Interview eines Radioreporters mag auch dazu beitragen, unser Hobby einem breiteren Personenkreis bekanntzumachen.

Suiseki-Ausstellung im Siebold-Museum in Würzburg 2015

Gudrun Benz

I. Die Siebold-Gesellschaft und ihr Museum in Würzburg Der Verein „Siebold-Gesellschaft—Deutsch-Japanisches Forum“ hat sich dem Andenken an Philipp Franz von Siebold, der Verbindung zwischen der europäischen und der japanischen Wissen- schaft und Wirtschaft, dem Miteinander der Kulturen gewidmet.   Das Konzept des Palais Siebold ist die Vision der Gleichheit der Kulturen. Aus diesem Ansatz wird durch die Konfrontation verschiedener kultureller Elemente die Dynamik des japanisch-europäischen Dialogs umgesetzt: durch das Nebeneinander und Gegeneinander von Tradition und Zukunftsthemen, durch die Ver- bindung von Kunst und Wissenschaft, von Diskussion und Meditation.“ Philipp Franz von Siebold (1796—1866) ist einer der angesehensten Deutschen in Japan. Das Siebold-Museum in Nagasaki pflegt das Erbe des großen Wissenschaftlers und Humanisten. Sein Name ist in Japan populärer als in Deutschland. Sein Lebenswerk wird in der Vermittlung umfassender Kenntnisse des damaligen westlichen Wissens gesehen. Von Siebold studierte an der Universität Würzburg Medizin und trat 1822 eine Arztstelle an in der holländischen Handelsniederlassung Deshima bei Nagasaki, Japan an. Japan hatte sich 1639 vo der Außenwelt bis auf Handelsbeziehungen zu China, Korea und den Niederlanden abgeschlossen. Durch die Tätigkeit als Arzt konnte sich Siebold u.a. das Vertrauen der japanischen Bevölkerung erwerben und konnte sich fast ungehindert in der Umgebung von Nagasaki bewegen. Diese Freiheit nutzte er für Studien in der Naturkunde. Während einer Reise nach Edo (Tokyo) machte er Bekanntschaft mit führenden japanischen Wissenschaftlern, wobei es in der Folge zu einem regen Austausch kam. Nach seiner Verbannung aus Japan 1829 trug er ganz wesentlich dazu bei, das Wissen über Japan in Europa zu verbreiten und das Verständnis für die „fremde“ Kultur zu fördern. “Zeit seines Lebens war er Botschafter für das friedliche Miteinander der Völker.” Die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Palais Siebold ist dem bedeutenden Ärztegeschlecht der Siebolds und Philipp Franz von Siebold gewidmet und stellt seine Herkunft und Zeit dar. Im zweiten Geschoss finden Wechselausstellungen statt unter dem Aspekt europäisch-japanischer Zusammenarbeit auf dem wirtschaftlichen, kunstgeschichtlichen und historischen Gebiet. Die Siebold-Gesellschaft gibt Newsletter heraus, die an Mitglieder des Vereins bzw. Japanfreunde per E-Mail versandt werden. Die letzten Newsletter vom Oktober/November 2014 verwiesen z.B. auf eine Ausstellung Suishi Klopfenstein-Arii “Bilder des Herzens” vom 2.10.2014 bis 12.2.2015 und eine Buchvorstellung “Sand, Steine. Japanischer Buddhismus im Spiegel von Predigt-Texten von Hartmund O. Rotermund” am  3.11.2014 sowie auf das Quartalstreffen der Siebold-Gesellschaft am 28.11.2014. Quelle: “Palais Siebold, Informtionsbroschüre der Siebold-Gesellschafte.V.”; Newsletter Oktober/November 2014 der Siebold-Gesellschaft II. Geplante Suiseki-Ausstellung der “Deutschen Suiseki-Gesellschaft” im Siebold-Museum Im August diesen Jahres ist Gudrun Benz nach Würzburg gefahren, um die Möglichkeiten einer Suisekiausstellung im Siebold-Museum zu erkunden. Dazu hat sie sich mit Herrn Beireis, dem Vorsitzenden der Siebold-Gesellschaft, in dem Museum getroffen. Eine Ausstellung im Siebold-Museum ist für unseren Verein eine große Chance, Suiseki, die der japanischen Ästhetik entsprechen, zu zeigen. Dabei müssen die Steine nicht zwangsläufig japanischen Ursprungs sein. Herr Beireis hat sich sehr entgegenkommend für die Organisation einer Suisekiausstellung gezeigt, die für einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten von Juni bis Mitte August 2015 vorgesehen ist. Er will uns bei der Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbung für die Ausstellung, bei der Beschilderung der  Exponate u.ä. behilflich sein. Die Siebold-Gesellschaft übernimmt außerdem die Versicherung der Ausstellungsobjekte. Für die Ausstellung wird uns der gesamte Bereich für wechselnde Ausstellungen im ersten Oberge- schoss mit vier Räumen zur Verfügung stehen. Abschließbare, in den Räumen verschiebbare Glas- vitrinen, eine Videoüberwachung und nächtliche Alarmanlage sorgen für die nötige Sicherheit der Ausstellungsobjekte. Darüber hinaus gibt es unterschiedlich hohe Podeste und Tische, die abgedeckt werden könnten ähnlich wie bei unseren Jahresausstellungen und auf die man Exponate offen präsentieren könnte. Vorrichtungen an den weiß gestrichenen Wänden erlauben das Aufhängen von Rollbildern. Spotlichter sorgen für eine punktuelle Beleuchtung. Die Konzeption für die Ausstellung entspricht einer Museumsausstellung und sieht natürlich ganz anders aus als die Aneinanderreihung von Exponaten auf Tischen, wie es bei unseren Jahresaus- stellungen meist der Fall ist. Die Vitrinen erlauben keine Verwendung von Beistellpflanzen. Rollbilder und andere Accessoires, um Arrangements zu kreieren. Die Größe der Suiseki muss sich nach der Größe der Ausstellungsflächen in den Vitrinen richten. Um eine rechtzeitige Planung zu ermöglichen und einen Überblick über die Anzahl der Aussteller zu bekommen, sollten sich Vereinsmitglieder, die an dem Vorhaben teilnehmen wollen, bis spätestens 15. Januar 2015 bei Gudrun Benz telefonisch oder schriftlich (Adresse im Impressum) melden unter Angabe, mit wie vielen und welcher Art Suiseki entsprechend unserer Klassifikation sie sich an der Ausstellung beteiligen möchten. Genauere Informationen über dem Aufbau und Abbau der Ausstellung erhalten die Teilnehmer zu einem späteren Zeitpunkt. ********************************************** oben: Festung Marienberg, eines der markanten Wahrzeichen von Würzburg, unten: Palais Siebold—klassizistischer Bau in einem Außenbezirk
Titelfoto: „Aus alten Zeiten“ (Kopf eines Flugsauriers), tierförmiger Stein, 14 x 10 x 20 cm, Fundort: Sumatra, Sammlung Wolfgang Schlensker

Suiseki/Shangshi im Internet:

www.vsana.org der Viewing Stone Association of North America, die sich vor allem mit der chinesischen Steinverehrung befasst. www.aias-suiseki.it der nationalen italienischen Suisekivereinigung der Amateure (AIAS) www.aisekikai.com der California Aiseki Kai, Los Angeles, ein Club, der sich am traditionellen japanischen Vorbild orientiert.

Suiseki in Indonesien

Gudrun Benz

Anlässlich des 35. Jubiläums der Indonesischen Bonsai Society (PPBI) fand in Bandung auf Java vom 11.—19. Oktober 2014 die bisher größte Bonsaiausstellung des Landes mit über 600 Bäumen statt. Die „Indonesische Suiseki-Gesellschaft“ (PPSI) beteiligte sich an der Ausstellung mit ca. 200 Suiseki, die in einem Gebäude im gleichen Parkgelände wie die Bonsai zu sehen waren. Zu der Veranstaltung kamen weit über 100 ausländische Gäste aus 20 verschiedenen Ländern, z. B. aus Australien, China, Japan, Taiwan, Thailand, Malaysia, Vietnam, Europa, Indien, Südafrika u.a.m. Europa war mit drei Gästen vertreten, zwei aus der Slowakei und ich als einzige Vertreterin aus Deutschland. Die Eröffnungsfeier am 11.10., die Bonsaidemonstrationen und der Bazar fanden im Freien statt, wobei teilweise Zeltplanen und hohe Parkbäume etwas Schatten gaben. Indonesien ist ein tropisches Land, und die Temperaturen stiegen bei voller Sonne am Nachmittag auf weit über 30 °C. Indonesien liegt im sogenannten „Feuerring“ des Pazifische Ozeans zwischen zwei sich gegen- einander bewegenden Erdplatten. Durch tektonische Spannungen kam und kommt es immer noch zur Entstehung von Vulkanen, von denen heute noch viele aktiv sind. Java ist mit über hindert Vulkankegeln besonders reich an aktiven Vulkanen. Diese ragen teilweise bis zu 4000 m Höhe auf. Ich hatte Gelegenheit, den „Haus-Vulkan“ von Bandung, den Tangkuban Prahu etwa 30 km nördlich der Stadt, zu besichtige und in den Kraterkessel hineinzuschauen. Allerdings wies nur eine Rauchfahne darauf hin, dass er immer noch aktiv ist. Sumatra ist jedoch reicher als Java an Basaltgestein vulkanischen Ursprungs. In Flüssen, vor allem im Mittelwest-Sumatra, wurden die meist tiefschwarzen Steine an ihre Oberfläche zu schönen Formen geschliffen, ideal für Suiseki oder die größeren Exemplare für attraktive Gartensteine. In der Suisekiausstellung waren daher u.a. etliche schöne Bergsee– und Wasserbeckensteine, aber auch Landschaftssteine von Sumatra zu sehen. In der nächsten Ausgabe erfahren Sie mehr über die Veranstaltung in Bandung.

Terminkalender

22.-25.11.2014:  Taikan-ten (Bonsai- und Suisekiausstellung) in der Miyako-Messe in Kyoto, Japan 2015 5.—13. Febr. 2015: 89th Kokufu-Bonsaiausstellung 9.—13. Febr. 2015  Japanese Suiseki Exhibition, Tokyo Metropolitan Art Museum, 9.30—17.30 h 14.-15.2.2015:  Noelanders Trophy in der Limburghal in Genk (neues Datum und neuer Ort !) - internationale Bonsaiausstellung mit Suisekiausstellung von Elisabeth Lehner und Gudrun Benz, www.limburghal.be, http://www.bonsaiassociation.be/entrophy.php Mitte April:  „Bonsai Slovakia“ in Nitra; Info: 1.– 3. Mai 2015:  30. Arco-Bonsai-Convention mit Suisekiausstellung in Arco (Trentino), Italien; www.arcobonsai.com Juni—Mitte August 2015: Suiseki-Ausstellung der „Deutschen Suiseki-Gesellschaft“ im Siebold-Museum, Eichhornstr. 2a, 97067 Würzburg 13.—14. Juni 2015:  Jahreshauptversammlung und Ausstellung der DSG und BCD in Hildesheim 11.—13. und18.—20. Sept. 2015: Crespi Cup für Bonsai, Suiseki und Bonsaischalen „Raduno Internazionale del Bonsai & Suiseki“, in Parabiago bei Mailand, Italien, Info: www.crespibonsai.com 4.-6.9.2015  EBA ESA Convention und japanisches Kulturfestival in Vilnium, Litauen, Info: www.bonsailithuania.com 18.—21. 2015:  BCI-Convention in der Sun Yat-sen Memorial Hall und Guangdong Science Hall, Guangzhou (vormals Kanton) in Südchina, Info: www.bonsai-bci.com; www.gzbci2015.com
zu bestellen bei Harald Lehner bonsaigarten@t-online.de Tel. 0171 9537603
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Freude an Steinen”