Was ist das? (...2)
    DSG e.V.
Suiseki News  Ausgabe 3/2015    DSG  Deutsche Suiseki-Gesellschaft e. V.
Ausstellung im Siebold-Museum: oben eine vorwiegend mit japanischen  Suiseki, unten eine mit Steinen aus Europa bestückte Vitrine.    Titelfoto: Laibin(g)stein aus der Guangxi-Provinz, China, der bei der BCI  2015 Convention in Guangzhou den 2. BCI-Preis erhalten hat. 
  Suiseki-Ausstellung im Siebold-Museum in Würzburg  vom 20. 6. bis 30. 9. 2015    Gudrun Benz   Ca. ein Jahr nach den ersten Gesprächen mit dem Vorsitzenden der „Siebold-Gesell- schaft“ Herrn Beireis und mir wurde die Ausstellung unseres Vereins am 20. Juni 2015 eröffnet. Sie war bis zum 30. September 2015 dem allgemeinen Publikum im 1. Obergeschoss  des Siebold-Palais zugänglich, dauerte also mehr als ein Vierteljahr.  Da sich die Siebold-Gesellschaft e.V., auch Deutsch-Japanisches Forum genannt, das sich seit 1985 u. a. der Förderung der Kontakte zwischen Deutschland und Japan, dem kulturellen Austausch auf dem Gebiet von Wissenschaft, Kunst und Kultur zum Ziel  gesetzt hat, stand die Ausstellung unter „japanischem Vorzeichen“, d.h. es wurden Suiseki ausgewählt, die der japanischen Ästhetik entsprechen. Die Räumlichkeiten wurden uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Außerdem übernahm die Siebold-Gesellschaft  die Öffentlichkeitsarbeit und Versicherung der Ausstellungsobjekte. Dazu erstellte sie ein Plakat und kündigte die Sonderausstellung mit einem Text über Suiseki mit drei Fotos in dem Flyer des Vereins an. In diesem Flyer sind alle bisherigen Ausstellungen der Siebold-Gesellschaft seit 1995 aufgelistet. In der „Main-Post“, der lokalen Zeitung von Würzburg, erschien am 22.6.2015 ein kurzer  Artikel  „Kunsterlebnis mit Landschaftssteinen“, der auf die Ausstellung aufmerksam  machte. Drei weitere Artikel über die Ausstellung folgten im August und September. In der Kulturzeitschrift „nummer 105“ wurde am 25.8.2015 ein Artikel mit einem  Suisekifoto von Achim Schollenberger unter dem Titel „Geformt von Wind und Wasser“  veröffentlicht. Es folgten noch weitere Artikel im September, z. B. in „Tiepolo“ unter dem Titel  „Miniaturnatur“. Diese Artikel haben wahrscheinlich den einen oder anderen neugierig gemacht und dazu angeregt, die Ausstellung zu besuchen.  An der Ausstellung beteiligten sich 15 Mitglieder unseres Vereins, die sie am 19. und 20. Juni aufbauten.  Da die Steine vorwiegend in gesicherten Glasvitrinen ausgestellt wurden, war es eine  etwas andere Art von Ausstellung, wie wir es von denen während der Jahresversammlung her kennen. So konnten auch kleine bzw. wertvolle Suiseki ausgestellt werden, die sonst nur im Haus  ihrer Besitzer angesehen werden können. Die Gefahr eines Verlustes ist sonst zu groß.  Eröffnet wurde die Ausstellung mit einer kleinen Feier, bei der die meisten Aussteller anwesend waren.  Herr Renner hatte sich bereit erklärt, an Sonntagen zu einer festgelegten Zeit eine  Führung durch die Ausstellung zu machen. Dies wurde von den meist zufälligen Besuchern gern angenommen.   Zusammenfassend können wir sagen, dass diese Ausstellung ein Erfolg war, um  Suiseki bekannt zu machen. Es wäre schön, wenn sich wieder einmal eine Gelegenheit zu einer ähnlichen für den Verein kostengünstige Ausstellung bieten würde. 
Die Eröffnung fand im Erdgeschoss des Siebold-Museums unter einem 
Die Eröffnung fand im Erdgeschoss des Siebold-Museums unter einem bunten Schwarm von Origami-Kranichen statt.   bei den Aufbauarbeiten (im Uhrzeigersinn):  Franz Koppmaier, Herbert Langer mit seiner Frau Marlene Fischer,  Werner Mailänder und Harald Lehner  

BCI und ASPAC-Kongress in Guangzhou

(ehemals Kanton) in Südchina im September 2015

   Gudrun Benz    Das ehemalige Kanton gehört mit über 13 Mill. Einwohnern (Stadt mit Außenbezirken) zu den Mega-Metropolen nicht nur in China, sondern der Welt. Es ist Hauptstadt der Guangdong-Provinz und ein bedeutendes Wirtschafts-, Handels- und Kulturzentrum mit mehreren Universitäten, zahlreichen Museen und anderen kulturellen Ein- richtungen. Durch feuchtes subtropisches Klima und die Lage im  fruchtbaren Perlfluss-Delta gilt es  auch als Blumen- und Gartenstadt, in deren Umgebung sich zahlreiche Bonsai- (Penjing-) Gärtnereien befinden. Außerdem findet man in der Provinz außergewöhnliche Steine, die schon vor Tausend Jahren gesammelt wurden.  Sie dienten als Gartensteine oder als Betrachtungssteine in Häusern.   Guangzhou als Veranstaltungsort für einen Penjing-(Bonsai-) und Suisekikongress zu wählen, lag also nahe.  Die 2015 Bonsai Clubs International und Asia-Pacific Bonsai and Viewing Stone  Convention & Exhibition“ fand vom 17. – 21. September statt. Die Bonsaiausstellung war auf der Terrasse vor der Sun Yat-Sen Memorial Hall (Sun Yat-Sen war Führer der Revolution gegen das Kaiserreich und erster Präsident von China) aufgebaut, während die Steinausstellung in der unmittelbar daneben liegenden Guang- dong Science Hall untergebracht war. Zu sehen waren vor allem Steine aus der Guangdong- und Guanxi-Provinz, wobei Ying- bzw. Yingde-, Wachssteine und Oberflächenmustersteine (Biseki) dominierten. Doch auch einige Dahua-, Laibin(g)-, Chrysanthemen- und Gobisteine waren zu sehen. Die Exponate waren rechts und links des Umganges um das Amphitheater (Ort der Penjing/Bonsai-Demonstrationen) auf Tischen aufgereiht. Kleinere bzw. empfindliche oder kostbare Steine waren unter Glashauben gestellt. Es fanden fünf Vorträge über Steine statt. Die Vorträge über Ying- und Wachssteine beleuchteten einen Teil der chinesischen Steinverehrung, während die anderen drei die Steinkultur in anderen Ländern bzw. Erdteilen beleuchteten, nämlich Suiseki in Japan, in Europa und Nordamerika...
oben: Sun Yat-Sen-Gedächtnishalle in Guangzhou, Südchina  unten: Blick in die „Viewing Stone“-Ausstellung: Ying– und Wachssteine 
...Im Begleitheft des Kongresses wurde in einer Einführung in die Bonsai – bzw. Steinkultur darauf hingewiesen,dass die chinesische „Viewing Stone culture“ (Steinverehrung) auf eine tausendjährige Tradition zurückblicken kann und der Schwerpunkt auf natürlichen Steinen liegt. Im Handel befinden sich jedoch auch zahlreiche Steine, die an der Basis geschnitten oder auf andere Weise „verbessert“ wurden.  Der erste Vortrag wurde von Dr. Tom Elias, BCI-Präsident und Präsident der „Viewing Stone  Association of North Amerika“ gehalten. Dr. Elias hat drei Bücher und zahlreiche Artikel über die Steinkultur geschrieben (in Englisch). Er beschrieb in seinem Vortrag die gegenwärtige Situation in den USA, die auf eine junge  Geschichte von nur 50 Jahren zurückblicken kann. In dem riesigen Land gibt es 12 (Stein-)Clubs mit schätzungsweise insgesamt 350 – 500 Anhängern. Steinmärkte wie in China gibt es nicht, obwohl das Interesse an Steinen zunimmt.  Kriterien für die Steinbewertung sind der Gesamteindruck, die Farbe, die Oberfläche   beschaffenheit, das Material aber auchdie Harmonie zwischen Stein und Holzsockel.  Die Fundstellen für geeignete Steine liegen vorwiegend im Westen des Landes, z. B. in den Wüsten von Südkalifornien, wie der Mohavewüste und Death Valley, und in Nordkalifornien, z. B. in den Trinity Alpen, dem Trinity (Fluss), Eel River, Cedar River, Clear Creek. Weitere Fundorte sind die Sierra Nevada, das Murphygebirge, Colorado, Utah, Washington (Staat), Oregon, Alaska, aber auch im Osten wie z. B. Pennsylvania oder Maryland.   In den Wüsten Südkaliforniens sind die Steine durch Wind und Sand geformt worden, ähnlich den Fengli in der Gobiwüste. Dr. Elias illustrierte seinen Vortrag mit zahlreichen Bildern, die sich u.a. in seinem Buch „Viewing Stones in North America – A Contemporary Perspective“ befinden.  Dr. Michal Šebo aus der Slowakai sprach über Suiseki in Europa.   Er unterstricht, dass die Steinverehrung in Europa noch sehr jung ist und weniger populär  wie Bonsai. Die European Suiseki Association(ESA) wurde im Mai 1992gegründet und veranstaltet  jährliche Ausstellungen meist zusammen mit der European Bonsai Association (EBA) jeweils  in einem anderen Land. In den Ausstellungen sind europäische, japanische und chinesische Steine zu sehen, seltener  aus anderen Gebieten der Erde. Der letzte EBA ESA Kongress fand in Vilnius, Lithauen im September 2015 statt.  Zur Zeit hat die ESA etwa 80 Mitglieder, Einzelmitglieder und Clubs.   Nach der Gründung der ESA 1992 folgten weitere Gründungen:   1993 die „Deutsche Suiseki-Gesellschaft“ als erste nationale Suisekiorganisation in Europa  (heute etwa 100 Mitglieder), 1997 die  Associazione Italiana Amatori Suiseki (AIAS) in Italien (www.aias-suiseki.it), 1998 die Spanische Suiseki Association (heute etwa 50 Mitglieder) (www.bonsaimaia.com), 2000 eine Organisation in den Niederlanden und der Slowakei (SAS; 15 Mitglieder), 2006 in der Tschechischen Republik (30 Mitglieder) und 2010 in Österreich.   Dr. Šebo hob die Rolle von Willi Benz als ein Pionier der Steinverehrung in Europa hervor. Sein Suisekibuch bildete dazu eine Grundlage.  2009 einigte sich der Vorstand der ESA darauf, „Suiseki“ als einen Gesamtbegriff für Betrachtungssteine zu verwenden, unabhängig von ihrer Herkunft.  Fundorte in Europa sind die Ligurischen Alpen, Italien, wo Kalksteine in Lagen gefunden werden, so dass viele Steine eine natürliche flache Basis haben. Andere Fundgebiete, wo man unterschiedliches Gesteinsmaterial finden kann, liegen in den Karpaten (Gebirgszug in der Slowakei), dem Fluss Kameniçe in Tschechien und in anderen Flüssen in Europa, in den Schweizer Alpen, Frankreich, Deutschland, Österreich…   
Dieser tiefschwarze Stein  (Fundort wahrscheinlich  Südchina) erhielt den 1. BCI- Award in Guangzhou. Seine  Form erinnert an die Form  eines alten Silber– oder  Goldbarrens, ein Symbol   bzw. Wunsch für Reichtum  und Wohlergehen. 
  Wachsstein mit teilweise  glatter, teilweise strukturier- ter Oberfläche. Farbe und   hartes jadeartiges Material,  das teilweise einen öligen  Eindruck vermittelt, ist ge- schätzt unter den Sammlern.   
Die ungewöhnliche Oberflä- chentextur macht die Beson- derheit dieses Wachssteines  aus. 
  Bei der Bonsai– und Suiseki-Jahresausstellung 2015 in Künzell waren die Suiseki zwischen  Bonsai ausgestellt. Alle Suiseki und Bonsai sind von Hans Kastner fotografiert worden und  werden in einem Jahrbuch kostenlos an alle Mitglieder des BCD verschickt werden. Bei  Suiseki wurden allerdings nur die Steine im Fotostudio fotografiert, nicht die Präsentatio- nen in der Ausstellung. Daher hier zwei Präsentationen in der Ausstellung, eine Neun- Drachen-Fluss-Gebirgsstein aus China von G. Benz mit einem Rollbild, das eine „gedämpfte“  Stimmung vermittelt, und „Das Boot“ von L. Weller in einem Suiban, einer außergewöhnlichen,  herbstlichen Beistellpflanze auf einem filigranen Ständer und einem Rollbild , das ebenfalls eine  herbstliche Stimmung mit dem wegfliegenden Vogel, dem im Wind wehenden Gras und den  ziehenden Wolken kreiert.     
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